Verköstigung an Schulen - die Notwendigkeit einer veganen Inklusion

Das Kennenlernen von Nahrungsmitteln, die Untersuchung der Inhaltsstoffe, Einkaufstraining und Kochen ist an vielen Schulen Teil des Unterrichts. Bei einer zunehmend multikulturellen Schülerschaft bietet bereits die Auswahl an Nahrungsmitteln und die Methode der Zubereitung wertvolle Gesprächsanlässe und kann für eine fragende Haltung sorgen, die die Einkaufs- und Zubereitungsgewohnheiten nicht bloß hinnimmt, sondern sich darüber verständigt, wer was warum und wann isst/essen darf.
Der erlernte Umgang mit Essen scheint hier deutlich auf und kann für die Schüler den Unterschied zum Anderen markieren, an dem Neues entdeckt und angeeignet werden kann. Doch schon dieses Feld bleibt nahezu ungenutzt. Vielleicht wittert mancher an Projekttagen die Chance, einmal aus den Mustern auszubrechen und bietet etwas an, was sich in die Exotik der Nahrungsmittel wagt (da kommen dann schon mal Getreidearten wie Kamut oder Quinoa ins Spiel).

Nach wie vor werden im wöchentlichen Kochunterricht zumeist die Üblichkeiten von Seiten der Lehrerschaft bedient und sich die uralten Hüte (Pizza, Blätterteiggebäck und Würstchen) aufgesetzt, die, vielleicht auch, um es sich vor den Schülern einfach zu machen (nach der Devise: kennt jeder, mag jeder) rauf und runter „gekocht“ werden.
Daneben gibt es zahlreiche Angebote zum „gesunden Pausenvesper“ und „Bio-Brotboxen“ von diversen Naturkostherstellern, auf die auch manchmal zurückgegriffen wird und die trotz aller ökologisch- biologischer Etikette oft keine vegane Variante anbieten. Und wer kennt nicht die üblichen Methoden der Konditionierung, bei denen die Schüler von ihren Lehrern für getane Arbeit oder gewolltes Verhalten eine Süßigkeit bekommen (vorrangig aus dem Bereich der nicht-veganen Gummi- und Schokowaren).
Alles in allem eine seltsame Ambivalenz, die sich auftut: anstatt eines verantwortungsbewussten, aufgeklärten Impulses, der sich gerade dort zeigen kann, wo zusammen zubereitet, gegessen und belohnt wird, findet man urzeitliche Verköstigungsgewohnheiten, erstarrt in institutionellen Bildungsbernstein gegossen.
Die UN- Konvention von 2009 für ein Recht auf Bildung für alle Menschen an den Allgemeinen Schulen (Inklusion) mit passender räumlicher, personeller und fachlicher Unterstützung könnte sinnvoll ergänzt werden um die Inklusion veganer Lebensformen mit entschlossenem fachkundigem Personal, das die Hintergründe beleuchtet und gerade denen aufzeigt, die als Werdende in etwas (Gutes) hineinwachsen sollen. Räume zu schaffen, in denen erkannt wird, inwiefern das übliche Ernährungsverhalten exklusiv, statt inklusiv denkt und in denen die Schüler vorbereitet werden auf eine Welt, in der sie besser hungrig (auf Vieles) bleiben, statt sich an den Gewohnheiten satt zu essen.