Vegane Kindeswohlgefährdung (im Verzug)

Auch wenn es schon eine Weile her ist: Fälle wie derjenige, in dem einer veganen Mutter angedroht wurde, ihr aufgrund ihrer veganen Lebensweise einfach so das Kind zu entziehen, gibt es auch in Freiburg. In dem Fall sorgte eine übermotivierte Mitarbeiterin des AKI (Amt für Kinder, Jugend und Familie) im Jahr 2013 dafür, daß die vegan lebende Mutter aus Angst vor Kindesentzug ihrem gerade einjährigen Kind für einen kurzen Zeitraum Eier zu essen gab!

Die vegane Lebensweise wurde eher nebensächlich und ohne die Absicht, sie näher zu thematisieren, in einem Umgangsverfahren bekannt (in welchem diese Mitarbeiterin als Verfahrensbeistand anwesend war), woraufhin die Mitarbeiterin K. sich plötzlich das Thema zu eigen machte und später auch auf telefonische Nachfrage durch unabhängige Zeugen beteuerte, wie lebenswichtig und unabdingbar tierische Lebensmittel für die Kindesentwicklung seien und sie deshalb bei Bewahrheitung einer veganen Kindesernährung sofort Schutzmaßnahmen ergreifen würde, um diese zu unterbinden.

Ob sie über ausreichend medizinische, ernährungswissenschaftliche oder juristische Gründe für ein solches Vorgehen verfüge oder ob es sich ausschließlich um ihre Privatmeinung handle, konnte sie in ihrer Stellungnahme aber nicht näher präzisieren und musste schließlich rhetorische Zugeständnisse in diesem Punkt machen, d.h. den Rückzug antreten. Dies nicht ohne zu betonen, daß sie nach dem Telefonat ein hoffentlich nicht-veganes Essen in der Kantine zu sich nehmen werde.

Dieses Beispiel ist umso relevanter, weil Jugendamtspersonal oftmals als Verfahrensbeistand und Ergänzungspfleger herangezogen bzw. eingesetzt werden und in Sorgerechtsstreitigkeiten das Zünglein an der Waage sein können.
Sollte hier ein nicht-veganer Elternteil einem veganen das Sorgerecht streitig machen wollen, hätte er auf diesem Weg gute Karten.
Daß das Amt des Verfahrensbeistands offenbar auch von fachlichen Laien bekleidet werden kann, tut der Praxis dabei keinen Abbruch.

Immerhin gibt es in Deutschland bereits Präzedenzfälle, in denen Gerichte zugunsten einer veganen Ernährung geurteilt haben, wobei der jüngste italienische Rechtsspruch in dieser Causa weiterhin für Unruhe unter veganen Eltern sorgen dürfte.

Hinweise für eine vegane Kindesernährung:

http://www.tofufamily.de/gesundheit/vegetarische-vegane-mutter-baby-ernaehrung-guide/
http://www.peta.de/kinder#.VgwJB5fSphE